|
Wissenswertes
über ISDN
ISDN ist die Abkürzung
für Integrated Services Digital Network, zu deutsch etwa
Digitales
Netz, das mehrere Dienste zusammenfasst.
Darunter
ist folgendes zu verstehen: Bei diesem Netz handelt es sich um
das vorhandene Telefonnetz, in dem nun aber auf einer Leitung
mehrere verschiedene Dienste genutzt werden können.
Das
bedeutet, dass alle Kommunikationsarten als Sprache,
Text, Daten oder Bilder auf einer einzigen Leitung
zusammengefasst bzw. integriert
werden.
Dies ist
durch die Digitalisierung möglich, durch
die sämtliche Signale einheitlich als binären
Daten, also elektrisch als Nullen oder Einsen übertragen
werden z. B. 10100.
Beim bisherigen analogen Telefonnetz setzte ein Mikrofon die
Schallschwingungen um, die dann über das Leitungsnetz übermittelt
und beim Empfänger wieder in Schallschwingungen zurückgewandelt
wurden.
Bei der
Digitaltechnik wird Amplitude die Schwingung ca.
8000 Mal pro
Sekunde abgetastet und übermittelt sie
als binäre Zahlenwerte.
Auf der
Empfängerseite werden aus Zahlen wieder elektrische Signale.
Dazu wird
an die ankommende Leitung (Uk0-Bus)
vom Netzbetreiber ein so genannter
Netzwerk-Terminator
(NT)
angeschlossen, der den ISDN-Basisanschluss
bildet.
Von der
digitalen
Ortsvermittlungsstelle (DIVO) kommt die herkömmliche
zweiadrige Kupferleitung an, und der NT baut daraus den externen vieradrigen
So-Bus
auf.
Die
Stromversorgung für den NT/Basisanschluss erfolgt aus dem 230V
Netz.
Eine solche
ISDN-Verbindung bietet zwei Nutzkanäle (B-Kanäle: B1
und B2) und einen Datenkanal
(D-Kanal); auf den Nutzkanälen werden die
eigentlichen Informationen übertragen, während der D-Kanal
signalbegleitende Daten übermittelt.
Die
B-Kanäle ermöglichen
eine Übertragungsrate von 64 KBit/s (64000
Informationen pro Sekunde) das entspricht einen Datenstrom
von 7,5 Kilobyte pro Sekunde; der
Signalisierungskanal schafft 16 KBit/s.
Durch
geeignete Maßnahmen lassen sich die beiden
Nutzkanäle koppeln, sog. Kanalbündelung bzw.
Multilink-PPP-Verbindung, um die
Übertragungskapazität auf 128 KBit/s zu erhöhen,
dies übernimmt z. B. eine ISDN-Karte in einem PC.
Im Netzwerk Terminator
werden diese Daten beim Senden kodiert und beim Empfangen
dekodiert; die jeweils erforderliche Aktivität wird von den
Informationen im D-Kanal bestimmt.
An den So-Bus können acht
digitale Endgeräte
angeschlossen werden.
Dazu dient eine ISDN-Teilnehmer-Anschluss-Einheit
(IAE)
mit einen
RJ45
Western-Stecker (8
polig für vier- oder achtadrige Leitung), etwas größer
ausgebildet ist als die vom Telefon oder Fax bekannten
(RJ11
Western-Stecker) Clip-Stecker.
Mit einer entsprechenden
Anpasseinheit, z. B. eine Nebenstellenanlage, lassen sich auch herkömmliche
analoge Endgeräte (z. B. Telefon, Fax, Anrufbeantworter oder Modem) am
So-Bus betreiben.
Es ist ohne weiteres möglich,
an einem ISDN-Anschluss z. B. gleichzeitig
zu telefonieren und im Internet zu surfen.
Beim Einrichten des ISDN-Anschluss hat der Teilnehmer die Möglichkeit sich
zwischen einen
Basisanschluss
oder Primärmultiplexanschluss zu entscheiden.
Des weiteren unterscheidet man beim Basisanschluss:
Mehrgeräte- und Anlagen-Anschluss.
Beim Einrichten des
Basisanschlusses hat der Teilnehmer die Möglichkeit, sich
zwischen einen Mehrgeräte- oder einem Anlagen-Anschluss zu entscheiden.
Beim Mehrgeräte-Anschluss
erhält er drei verschiedene Rufnummern, wobei heute in der Regel
ist, die vorhandene Nummer auf Wunsch
erhalten bleibt.
Beim Anlagen-Anschluss
werden Durchwahl-Rufnummern vergeben, mit denen man mehrere
Endteilnehmer direkt erreichen kann z. B. in einem Büro oder in
einer Praxis.
Den Primärmultiplexanschluss gibt es nur als
Anlagen-Anschluss für
große TK-Anlagen z. B. in Großbetrieb.
Unterschied
zwischen Standard- und Komfortanschluss
Unterschied zwischen den
Standard- und Konfortanschlusses besteht darin, dass der Komfortanschluss mehr
Dienste als der
Standardanschluss beinhaltet. Zum Beispiel Anrufweiterschaltung ist ein
Komfortanschluss-Dienstmerkmal.
Alle Nummern benutzen
wohlgemerkt die vorhandene vieradrige Leitung.
Der Teilnehmer hat durch
ISDN mehrfachen Nutzen: So erfolgt beim Telefonieren der
Verbindungsaufbau sofort nach dem Eintasten der
Rufnummer (innerhalb 1,7 Sekunden)
während das bisher im
Schnitt 15 Sekunden gedauert hat.
Die
digitale Übertragung verbessert die Sprachqualität und damit
die Verständlichkeit.
Unabhängig von der
Entfernung erfolgt die Wiedergabe mit konstanter Lautstärke, und
das Signal/Geräusch-Verhältnis ist deutlich besser.
Während eines Gesprächs
wird man informiert, wenn ein anderer Teilnehmer
versucht anzurufen Anklopfen.
Eine Sperre für ankommende
Rufe sichert die Ruhe vor dem Telefon, und ankommende Verbindungen können
direkt zu einem vorher festgelegten
Anschluss umgeleitet werden
Anrufweiterleitung.
Beim automatischen
Rückruf wird
nach dem Freiwerden der eigenen Leitung automatisch eine
Verbindung zu demjenigen Teilnehmer hergestellt, der zuvor
das Besetztzeichen erhalten hat.
In einer elektronischen
Anrufliste werden
diejenigen Rufnummern eingetragen, die z. B. während der eigenen
Abwesenheit nicht bedient wurden; man kann dann später
entscheiden, wen man in welcher Reihenfolge zurückrufen möchte
- ausgelöst durch einen einzigen Knopfdruck,
wenn diese Funktion vom
angeschlossenen Endgerät unterstützt wird.
Und schließlich ist es möglich,
sich die Rufnummer des Anrufers auf einen
Display anzeigen zu lassen, sofern der Anrufer ISDN nutzt;
man hat damit die Möglichkeit, bestimmte Anrufe zu selektieren
und gar nicht oder später zu bedienen.
|